Freitag, 31. Oktober 2014

Insel-Impressionen

Die letzten Tage haben wir an der Nordsee verbracht, genauer gesagt: auf der Insel Wangerooge. Das Besondere an dieser ostfriesischen Insel ist, dass sie autofrei ist – schon die Anfahrt ist für Kinder abenteuerlich und für Erwachsene entschleunigend: Das Auto lässt man am Festland in Harlesiel stehen und begibt sich dann auf die Fähre, die ca. eine Dreiviertelstunde bis zum Inselanleger braucht. Dort angekommen, steigt man in die Inselbahn um, einen kleinen Bummelzug, der ca. 20 Minuten durch Wattwiesen zuckelt, vorbei an vielen Vögeln, Fasanen und Hasen.






Unsere kleine Ferienwohnung, in der wir auch letztes Jahr im Mai schon eine Woche verbracht haben, lag in zweiter Reihe hinter der Uferpromenade, so dass wir vom Wohnzimmerfenster und Balkon aus die Wellen beobachten konnte, sehr schön! Den zweiten Tag verbrachten wir auch hauptsächlich an diesem Fenster, da draußen eine Sturmflut mit bis zu Windstärke 12 tobte. An diesem Tag hat es den halben Strand weggespült – was hier aber mehrmals pro Winter passiert, so dass der Sand jedes Frühjahr wieder neu aufgeschüttet wird. Erst abends trauten wir uns mit Monsieur Mignon hinaus, ihm gefiel der Wind und dass plötzlich lauter tolle Sandhäufen auf der Uferpromenade lagen.


Auf Wangerooge im Herbst muss man vorbereitet sein: Regen- und windfeste Kleidung, gute Mützen und ein paar Spielsachen, so dass es bei schlechtem Wetter nicht langweilig wird. Da es auf den Inseln jedoch seltener regnet als auf dem Festland, versuchten wir, so viel Zeit wie möglich draußen zu verbringen. Auch wenn man am Strand nicht mehr in Badehose herumlaufen kann, so hatte Mosnieur Mignon doch eine Riesenfreude beim Muscheln suchen, beim Weglaufen vor den Wellen oder daran, mit einem selbst gefunden Stock „Schlangen“ in den Sand zu malen.





Da noch Ferienzeit war, hatten alle Supermärkte und Bäcker auf (ich habe das im November hier schon anders erlebt, ist aber ein paar Jahre her). Die Ferienwohnung war optimal für uns, da wir selbst kochen konnten und je nach Lust und Laune dann doch mal essen oder frühstücken gegangen sind.


Leckeren „Sturmbeutel“ mit Vanilleeis sowie eine typisch ostfriesische Teetied gibt’s zum Beispiel im Café Neudeich im Osten der Insel, ein 4-Sterne-Frühstück haben wir uns in der „Villa im Park“ gegönnt und einmal hat uns der Papa auch zu einer Pizza überredet, die wir beim Eiscafé Venezia geholt haben (sehr lecker).


Auf den wunderschönen alten Leuchtturm sind wir zwar nicht hochgestiegen, aber für den Kleinen war es schon faszinierend, ihn von außen zu sehen. 

Das Schwimmbad musste dieses Mal leider auf uns verzichten, da wir alle entweder schon krank auf der Insel ankamen oder dort krank wurden. Das ist in den ersten zwei Tagen normal wegen des Reizklimas (dafür steht man dann den ganzen Winter zu Hause besser durch), doch Monsieur Mignon hatte sich irgendwo den Hand-Mund-Fuß-Virus geholt und lag einen Tag mit Fieber flach, bevor dann ein heftiger Ausschlag folgte. Der Badearzt und die Apothekerin halfen ihm glücklicherweise wieder mit pflanzlichen Mitteln und Juckreizstillern auf die Beine, so dass er fit genug war für einen Ausflug mit dem Fahrrad  - dem idealen Transportmittel für Wangerooge – zur Westspitze der Insel.



Trotz Sturm, Krankheit und unromantischem Wetter war es ein schöner Urlaub, der uns hoffentlich fit für die Wintersaison macht und uns noch lange von Wellen, Möwen und Ostfriesentee träumen lässt.







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