Freitag, 15. August 2014

Mädelstrip nach Paris

Nach drei Jahren habe ich es endlich geschafft und war mal wieder in meiner Lieblingsstadt. Allerdings nicht (wie so oft zuvor) mit Monsieur Mignons Papa und auch nicht mit dem Kleinen, sondern mit meiner besten Freundin! 
Ja, ich Rabenmutter war 3,5 Tage von meinem Kind getrennt – das erste Mal so lange und es fiel mir schwerer als ihm! Anscheinend hat er mich gar nicht vermisst und sich auch nicht besonders gefreut, als ich montagmorgens auf einmal wieder zu Hause war...
Für mich selbst war es einfach schön, mal wieder mit Bärbel etwas zu unternehmen, schlafen zu gehen und aufzustehen, wann man möchte und den Kopf frei zu bekommen von alltäglichen Dingen wie Arbeiten, Haushalt oder Lernen.

Ich könnte mehrere Blogs mit Berichten und Tipps über Paris füllen (ich habe während des Studiums mehrere Monate in der Stadt der Lichter gelebt), aber hier fasse ich mich kurz und erzähle Euch nur von den Top 10 dieses Freundinnen-Trips in die schönste aller europäischen Städte. 


1. Hotel Mademoiselle

Wir hatten großes Glück mit unserem Hotel, denn es war sehr hübsch renoviert, die Mitarbeiter superfreundlich, es war sauber und bot einige Extras, für die man in Paris sonst sehr viel Geld zahlen muss wie kostenlose Zeitschriften (Vogue, Architekturmagazine, die französischen Ausgaben von Grazia & Gala…) oder den niedlichen Spabereich, den man exklusiv für eine halbe Stunde pro Tag mieten kann. Das haben wir dann auch gleich am ersten Abend gemacht und es uns in der Mini-Sauna und dem Hammam gut gehen lassen. Dazu gab’s leckeren Kusmi Tee und kuschelweiche Handtücher. 

Das Frühstück war für Pariser Hotel-Verhältnisse sehr abwechslungsreich (es gab Vollkornbaguette, Rühreier und frisches Obst!), so dass wir es gleich für alle 3 Tage dazubuchten. Auch die Lage war für uns ideal, da wir mit dem TGV angereist sind und am Gare de l’Est ankamen. Die Gegend um die beiden Bahnhöfe im 10. Arrondissement ist nicht gerade die hübscheste, aber von dort aus ist man überall sehr schnell und wir konnten am Sonntag unser Gepäck tagsüber im Hotel lassen, bevor es abends wieder nach Hause ging. 

Das wird wahrscheinlich das erste Pariser Hotel sein, in dem ich ein zweites Mal übernachten werde ;)
Hotel Mademoiselle -  7, rue des Petits Hôtels - 75010 Paris 


2. Montmartre

Den Touri-überfüllten Place du Tertre haben wir gemieden und sind nach dem Aufstieg zur Sacre Coeur hinten herum über die Rue de la Bonne durch das alte Viertel gelaufen, wo es ganz zauberhafte Parks und Cafés gibt und man nicht dauernd von Straßenhändlern angemacht wird. Auf dem Weg hinunter und wieder Richtung Boulevard Barbés kommt man am Place Marcel Aymé an einer Statue vorbei, die aus der Wand zu klettern scheint - „Le Passe-muraille“ ist eine Hommage an den gleichnamigen Roman des Autors Marcel Aymé, in welchem ein Mann durch Wände gehen kann.
Montmartre - Wand der Liebeserklärungen - mur des je t'aimes - Passe-muraille

Etwas weiter südlich am Parc Jean Ritus in der Nähe der Metrostation Abbesses steht die 40 qm große Wand der Liebeserklärungen - die „mur des je t’aimes“, auf welcher in 311 Sprachen und Dialekten der Satz „Ich liebe Dich“ zu lesen ist.

3. Le pique-nique

Nirgendwo sonst wird so gerne gepicknickt wie in Paris. Vor allem in den Parks, z.B. im Bois de Boulogne, pilgern sonntags Familien und Freundescliquen zum gemütlichen Picknick mit leckerem Baguette, Käse, Taboulé und Wein. Abends trifft sich die Jugend gerne am Canal St. Martin, bekannt aus dem Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“. Auch wir sind am ersten Abend gemütlich zum Canal geschlendert und haben dort unser Picknick ausgepackt. Allerdings war es schwierig einen Rotwein ohne Korken bzw. einen gekühlten Weißwein zu finden – und so mussten wir für unsere Miniflasche Vin blanc im Luxussupermarkt teuer bezahlen. Hat sich dennoch gelohnt.
Picknick am Canal St Martin, im Garten des Musée de la vie romantique, in Disneyland Paris, im Marais

Gepicknickt haben wir außerdem noch in den Tuilerien (da gab’s dann leckere Nems, also Frühlingsrollen aus den Galeries Lafayette), vor der Börse (weil wir so Hunger hatten und nichts Gemütlicheres in der Nähe war), beim Open Air Kino im Parc Montsouris,
mit Falafel im Marais sowie im wunderschönen Garten des Musée de la vie romantique, wo man sehr leckeren Kuchen und Bio-Eis kaufen kann.

4. Le Lèche-vitrine & Besuch bei Coco

Lèche-vitrine bedeutet Schaufensterbummel und zwar dort, wo man sich das, was in den Schaufenstern zu sehen ist, meistens nicht leisten kann. Dennoch kann das sehr viel Spaß machen, vor allem in der Rue Saint-Honoré. Hier sind fast alle wichtigen französischen und internationalen Modehäuser vertreten wie Lanvin, Chanel, Saint Laurent, Ferragamo, Gucci usw. Dazwischen findet man Feinkostläden, Chocolatiers, kleine Parfümerien und meinen Lieblingsshop Colette (s. nächster Punkt). 

Ein besonderer Moment war der Besuch im Haus von Coco Chanel. Im Erdgeschoss der Rue Cambon Nummer 31 ist die Boutique, darüber das Atelier, doch Coco Chanel hat selbst jahrelang in diesem Haus gelebt. Wer sich in die teure Boutique hineintraut und dort ganz lieb fragt, darf in das verspiegelte Treppenhaus gehen und kann dort den Geist Cocos spüren ;)

5. Colette


Bei Colette findet man immer etwas: Neben teurer Kleidung gibt es hier auch die angesagtesten Accessoires und CDs, Design-Zeitschriften, lustige Gadgets für die Männer zu Hause, seltene Beautymarken und eine Wasserbar im Keller (die zurzeit ganz auf die Simpsons getrimmt ist, s. Fotos). Als ich vor ein paar Jahren mit meiner Mutter in Paris war, haben wir hier sogar Karl Lagerfeld getroffen, umringt von einer Horde kleiner Japanerinnen.
Colette, 213 Rue Saint-Honoré, 1. Arrondissement


6. Die Passages Couverts

Die überdachten Passagen sind Überbleibsel des „alten Paris“ und den meisten Touristen eher unbekannt. Dabei sollte man sie auch einmal besuchen, da sie architektonisch und auch für Shopaholics sehr interessant sind. In den netten Cafés wie z.B. „A Priori Thé“ in der Galerie Vivienne kann man sich fern des Großstadttrubels vom anstrengende Shopping in aller Ruhe erholen.

In der Galerie Vivienne findet man z.B. Jean Paul-Gaultier, aber auch einen Spielzeugladen oder den witzigen Mini-Shop „aBis“. Die Passage des Panoramas erfreut Gourmets mit Bistrots, Sternerestaurants und Weinbars. In der Passage Jouffroy findet man nette Mitbringselläden, Antiquariate und auch das französische Pendant zu Madame Tussauds, das Musée Grevin.

7. Musée du Quai Branly

Anstatt die üblichen Museen wie Louvre, Musée d’Orsay oder das Centre Pompidou abzuklappern, sind wir dieses Mal ins Musée du Quai Branly gegangen – eines der neuesten Museen in Paris, das sich mit „außereuropäischer Kunst“ befasst und direkt neben dem Eiffelturm liegt. 

Es beherbergt die Sammlungen der nicht mehr existierenden Musée de l’Homme und des Musée national des arts d’Afrique et d’Océanie. Schon allein für das von Jean Nouvel entworfene Gebäude lohnt sich ein Besuch, doch auch die Kunst von den Ursprüngen der Menschheit bis heute, aufgeteilt nach den jeweiligen Kontinenten ist faszinierend.

8. Sightseeing

Ja, Sightseeing gehört auch dazu, wobei uns dafür nicht viel Zeit blieb. Aber kurz mal bei der Metrostation Trocadéro aussteigen um einen sagenhaften Blick auf den Eiffelturm zu haben oder den Montmartre „besteigen“, das muss auch sein. 

Einmal durch die Tuilerien bummeln, die Louvre-Pyramide von unten bestaunen... ach, warum geht die Zeit hier immer nur so schnell vorbei? 
Was man sich allerdings sparen kann, sind die Champs-Elysées: Überteuerte Restaurants, lauter Verkehr und die überlaufenen Filialen großer Ketten wie Sephora oder Virgin, die man auch an anderen Stellen in Paris findet!

9. Le Marais

Mein Lieblingsviertel an Pariser Sonntagen ist das Marais. Da es das jüdische Viertel ist, dürfen hier sonntags die kleinen Läden geöffnet haben und mittlerweile finden sich hier auch immer mehr Designer und Lifestyle-Läden, wie z.B. auch Kusmi Tea oder la Chaise Longue. An jeder Ecke steht eine andere Jazzcombo und sorgt für gute Stimmung, alle schlendern gemütlich durch die Gässchen und Autos trauen sich nur in den seltensten Fällen hierher. 

Drei Falafelläden in der Rue de Rosiers streiten sich darum, wer die besten Kichererbsenbällchen macht: L'as du Falafel, Chez Marianne und mi-va-mi - aber egal wo man (seeehr lange) ansteht: Es schmeckt überall gut und ohne Falafel gegessen zu haben, sollte man das Marais nicht verlassen.

10. Paris im August - noch immer ein Geheimtipp 

Wenn die Franzosen im Hochsommer aus ihrer Stadt flüchten, haben zwar manche Läden geschlossen, doch für Touris gibt es dafür einige andere Goodies: 

  • Die Hotels sind günstiger (oft 50%)
  • Die TGV-Tickets sind ebenfalls billiger und nicht so schnell ausgebucht: Wir sind für 160 Euro pro Person ab Stuttgart hin und zurück in der ersten Klasse gefahren! Nach dem ersten Juli gibt es sogar manchmal 1.-Klasse-Tickets für 50 € pro Strecke! 
  • Die Stadt Paris gibt sich Mühe, die Daheimgebliebenen mit kostenlosen Attraktionen bei Laune zu halten, z.B. mit dem Open-Air-Kino-Festival oder dem Paris Jazz Festival
  • Paris Plages: An den Ufern der Seine in der Nähe des Rathauses wird Sand aufgeschüttet, man kann Cocktails kaufen und es sich in Liegestühlen bequem machen



Oh, schon 10 Punkte???
Ich könnte noch so viel mehr schreiben (z. B. über die anderen tollen Läden wie „Shakespeare & Company“, warum und wo man besser Bus als Métro fährt, über unseren spontanen Besuch im Disneyland oder wo man Repetto-Ballerinas aus der letzten Saison zum halben Preis bekommt) - doch jetzt ist mein Kleiner wach ;) 

Falls ihr noch Fragen oder Anmerkungen habt, dürft ihr mit diese gerne über die Kommentare stellen.



PS: Vielen Dank an die beste Freundin der Welt, ohne die dieser Trip nur halb so lustig, schön und spannend gewesen wäre und die sich seit Jahren (Jahrzehnten...) von mir mit Listen und Plänen durch Europas Metropolen führen lässt! ❤️





Kommentare:

  1. Heureux qui comme ulysse a fait un beau voyage :-)

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    1. :) und irgendwann schaffen wir es auch nach Marrakech ❤️

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