Montag, 27. Januar 2014

Ritsch-ratsch, Haare ab!

Neuer Schwung für plattes Haar mit dem Calligraphy Cut

Anfang Dezember war ich mit Monsieur Mignon im Schwarzwald und habe das zum Anlass genommen, mal wieder im Salon „Hair & Soul“ in Freudenstadt vorbeizuschauen, zum Haare schneiden und für neue Strähnchen – beides dringend nötig. Meine Haare waren dermaßen trocken und kaputt, dass 10 cm Länge daran glauben mussten.

Abgesehen von der netten Atmosphäre und den kompetenten und ebenfalls sehr netten Friseurinnen, hat „Hair & Soul“ etwas ganz Besonderes im Angebot: den Calligraphy Cut – laut Werbeflyer „das Schönschneiden der Haare in bislang unbekannter Präzision“. Versprochen werden volleres, leichter frisierbares und spürbar weicheres Haar.

Das Ganze erreicht man durch ein spezielles Schneidetool, den Calligraphen – einer Art Messer, das eine um 21° gekippte Klinge hat. Damit wird das Haar schräg angeschnitten und weniger verletzt als mit einer Schere. Durch eine besondere Führung der Klinge, so genanntes Slicing, kommt mehr Bewegung in das Haar und es hängt weniger durch. Die Spitzen stützen sich gegenseitig und das Haar erhält mehr Fülle. Da der Calligraph präzise Maßarbeit verlangt, kann er nur von geschultem Fachpersonal angewendet werden.

Bisher bieten 150 Friseure in Deutschland den Cut an, eine Liste der Salons findet Ihr hier:
http://www.calligraphy-cut.com/en/salonfinder-de



Selbsttest:
Gespannt lege ich mich also unter Doreens Messer. Kaputt machen kann man bei meinem derzeitigen Haar (Frisur kann man es nicht mehr nennen) sowieso nicht. Gerade bei feinem Haar soll der Calligraphy Cut Wunder wirken. Doreen erklärt die Technik und die Idee dahinter anhand eines Schnittblumenbeispiels: Schneidet man den Stängel einer Blume gerade ab, bleibt sie auch gerade in der Vase stehen, schrägt man ihn an, biegt sich die Blume leicht. So kann durch den Schnittwinkel bestimmt werden, in welche Richtung das Haar fallen soll.

Das Schneiden selbst fühlt sich etwas seltsam an und statt des üblichen Schnippschnapp-Scherengeräusches, hört man es ratschen und spürt ein leichtes Ziepen. Der Schnitt dauert etwa genau so lang wie ein gewöhnlicher Haarschnitt, ist aber etwas teurer. Dafür soll er aber auch länger halten, mindestens zwei bis drei Wochen.

Nach dem Föhnen sieht mein Haar natürlich traumhaft aus. Doch wird es halten, was der erste Eindruck verspricht? Schließlich habe ich zu Hause keine 5 Rundbürsten und einen Stylisten, der mir jeden Tag meine Haare frisiert. Auch Monsieur Mignon strahlt mich an als ich den Salon verlasse – ihm scheint die neue Mamafrisur zu gefallen. Die Heimfahrt überstehe meine Haare unbeschadet und auch meinem Mann gefällt der Look.

Tag 2: Die Frisur liegt noch immer super bis zum Abend.

Tag 3: Montag, keine Zeit die Haare zu waschen, also schnell zur Überbrückung ein paar Sprühstöße got2be 2 sexy spray powder rein und: Wow, das sieht ja wieder wie frisch vom Friseur. Und hält wieder sagenhaft bis zum Abend.

Tag 4: Haare gewaschen und aufgrund Zeitmangels an der Luft trocknen lassen. Gar nicht so übel, normalerweise wäre das Endergebnis Schnittlauch... heute sieht es aus, als hätte ich sie geföhnt – immerhin. 

Tag 5: Home Office Day, Frisieren nicht nötig, nur ein paar Bürstenstriche und gut ist. Und es sieht trotzdem toll aus. Unsere Leihoma, die spontan und unangekündigt vorbei schaut, ist begeistert. Sie meint, ich hätte jetzt längere Haare ;)

Inzwischen sind einige Wochen vergangen und ich muss sagen: Ich bin begeistert. Es stimmt, dass sich die Haare leichter frisieren lassen und selbst an Bad Hair Days sieht meine Frisur nicht mehr so schlimm aus wie früher: Die Haare hängen nicht mehr so schnittlauchmäßig nach unten, sondern fallen lockerer. Wenn ich etwas mehr Zeit investiere, sehe ich aus wie frisch vom Friseur. Das nächste Mal werde ich auf jeden Fall wieder einen Calligraphy Cut machen lassen. Wann? Das kann ich noch nicht sagen, denn bisher sitzt alles super und es ist kein bisschen Spliss zu sehen!



Fotos: calligraphy-cut.com / Frank Brormann

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