Freitag, 3. Januar 2014

Little Shopping Prince - das Einkaufserlebnis


Monsieur Mignon liebt es, irgendetwas vor sich herzuschieben – sei es die Wäschetonne, sein Lauflernwagen, der Puppenwagen seiner Freundin Romy oder sein Schaukelauto: Alles, was mindestens 30 cm hoch und einigermaßen schiebbar ist, wird durch die Wohnung transportiert. Also dachte ich, ich mache ihm eine Freude beim Großeinkauf im Drogeriemarkt und nehme einen kleinen Einkaufswagen, den er selbst schieben darf. Bis zur ersten Kurve war Monsieur Mignon das glücklichste Kind auf der Welt. Doch dann musste ich ihn bremsen, da ich etwas im Regal suchen wollte. Tja, und das gefiel ihm gar nicht... 

Jetzt kenne ich das Gefühl von Müttern, die mit Trotzphasenkindern einkaufen gehen (müssen). Er wollte weiterfahren, aber auf gar keinen Fall nicht mit Mamas lenkender Hand am Wagen, denn das wäre ja Freiheitsberaubung und wurde mit Kreischen und Stampfen höchster Stufe bezeugt. Rief ich „Stopp“, lief er noch schneller und rammte mit größtem Spaß in die Regale hinein. „Das kann schon nicht so schlimm sein“, dachte ich mir, „in spätestens 10 Minuten sind wir wieder beim Auto“.

Es wurden 40 Minuten, bis Monsieur Mignon und alle Einkäufe wieder verstaut waren. In dieser Zeit versuchte er immer wieder, entweder zu den Regalen mit den Babygläschen oder zum Hundefutter zu laufen und seinen kleinen Wagen damit vollzuladen. „Nein, Schatz, da ist kein Wauwau drin, und das brauchen wir nicht! Nein! Auch keine Katze!“ Ein junges Pärchen schmunzelte bei diesem Anblick einer gestressten Mutter und ihrem frech grinsenden Kleinkind. Dann suchten sie schnell das Regal mit den Kondomen auf.


Der Klarspüler hatte es ihm ebenfalls angetan, denn diesen ließ er mehrfach auch nur unter lautstarkem Protest zurück. Er rammte eine andere Mutter von hinten in die Knie (die Arme hatte zwei Kinder dabei, von denen das kleinere Monsieur Mignons ein paar Mal den Wagen klaute und der Größere sich einen Spaß machte, Boxauto mit meinem Kleinen zu spielen – was diesem natürlich super gefiel), fiel torkelnd über eine nette Omi und weigerte sich schließlich 10 Meter vor der Kasse auch nur einen weiteren Schritt zu machen. Ich musste ihn also tragen und gleichzeitig sämtliche Einkäufe aus dem Miniwagen aufs Band hieven. Letzten Endes kapitulierte mein Rücken und ich setzte ihn mit aufs Band, was ihm und den Kondomkäufern hinter uns besonders gut gefiel. Aber das Glück hielt nur kurz, denn für die nächsten 20 Meter zum Auto brauchten wir nochmal 10 Minuten, da Monsieur unbedingt den Wagen mit nach Hause nehmen wollte. Ich war schweißgebadet – und als ich dann endlich losfuhr und Monsieur vom aufregenden Einkaufserlebnis ganz geplättet schon am Einschlafen war, fiel mir ein, was ich vor lauter Trubel vergessen hatte: Deo!

Fazit: Der kleine Luxus den ich mir beim bzw. vor dem nächsten Einkauf im Drogerie- oder Supermarkt leisten werde: 
Einen Anruf bei der Leihoma, damit sie sich in der Zeit um Monsieur Mignon kümmern kann.

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